Ladeverluste: warum Wallbox-Zähler und Tesla-App verschiedene kWh zeigen
Inhaltsverzeichnis
Sie laden über Nacht, morgens zeigt der Zähler der Wallbox eine Zahl und die Tesla-App eine kleinere. Die naheliegende Vermutung: Eines der beiden Geräte misst falsch. In den meisten Fällen messen beide richtig – nur an verschiedenen Stellen.
Zwischen dem Zähler und dem Akku liegt eine Kette von Bauteilen, und jedes davon verwandelt einen Teil der Energie in Wärme. Die Differenz ist also erwartbar. Ungewöhnlich wird sie erst, wenn sie deutlich über dem liegt, was unabhängige Messungen zeigen.
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- 01.10.2026: 1.000 km kostenloses Supercharging bei Neubestellung Model Y / Model 3
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§ 1 Zwei Zahlen, zwei Messpunkte
Der Zähler (Hauszähler oder der Zähler in der Wallbox) misst die Energie, die aus dem Netz fließt – also das, was Sie bezahlen. Die Fahrzeuganzeige bezieht sich auf die Energie, die im Akku ankommt. Der ADAC formuliert es knapp: Beim Laden geht Energie verloren, die bezahlt werden muss, aber nicht in der Batterie landet – und diesen Verlust zeigt der Bordcomputer nicht an.
§ 2 Wo Energie verloren geht
Laut ADAC machen beim Wechselstromladen zwei Posten den Großteil aus: die Wandlung von Wechsel- in Gleichstrom im On-Board-Ladegerät und die Nebenverbraucher im Fahrzeug, die während des Ladens aktiv sind. Allein für die Steuerung des Ladevorgangs nennt der ADAC 100 bis 300 Watt. Hinzu kommen Verluste in Ladekabel und Batterie sowie – nicht unerheblich – eine lange Zuleitung zur Steckdose in Garage oder Carport. In der Hausinstallation sind nach Angabe des ADAC bis zu 4 % Verlust zulässig (Norm DIN VDE 0100).
Beim Gleichstromladen am Supercharger verschiebt sich die Kette: Die Umwandlung findet in der Säule statt, dafür kostet das Heizen oder Kühlen des Akkus Energie, die das Auto direkt von der Säule nimmt.
§ 3 Warum langsames Laden mehr Verlust haben kann
Die Nebenverbraucher laufen, solange geladen wird – unabhängig davon, wie schnell. Wer langsam lädt, lässt sie länger laufen. Daraus folgt die Faustregel des ADAC für Wechselstrom: Je höher die Ladeleistung, desto kürzer der Ladevorgang, desto geringer die Ladeverluste.
| Ladeart | Gemessene Verluste |
|---|---|
| Haushaltssteckdose, 2,3 kW | 12,7 % bis 24,2 % |
| Wallbox, minimale Leistung (PV-Überschuss) | 8,0 % bis 12,8 % |
| Wallbox, maximale Leistung 11 bzw. 22 kW | 5,1 % bis 7,0 % |
Den niedrigsten Wert an der Haushaltssteckdose maß der ADAC laut Bericht beim Tesla Model Y. Das ist eine Messung an einem Testfahrzeug, keine Zusage für jedes Fahrzeug. Gemessen wurde zwischen 10 und 90 % Ladestand bei einer Akkutemperatur zu Beginn von 20 bis 30 °C – im Winter kann Ihr Wert höher liegen.
Quelle: ADAC, Ladeverluste-Studie, aktualisiert 06.08.2026, abgerufen am 06.10.2026
§ 4 So messen Sie Ihre eigenen Verluste
Sie brauchen zwei Ablesungen pro Ladevorgang und etwas Disziplin:
- Vorher: Zählerstand notieren (Z1). Im Fahrzeug den Ladestand in Prozent notieren.
- Laden, ohne das Fahrzeug in der Zeit zu benutzen oder vorzuklimatisieren.
- Nachher: Zählerstand notieren (Z2) und die geladene Energie aus der Ladestatistik der App ablesen (EAuto).
- Rechnen: Verlust in % = (Z2 − Z1 − EAuto) ÷ (Z2 − Z1) × 100.
Wiederholen Sie die Messung an mehreren Tagen und bei unterschiedlichen Temperaturen. Ein Einzelwert sagt wenig; der Mittelwert aus fünf oder mehr Ladungen ist belastbar. Wichtig: Messen Sie am selben Zähler, der nur das Auto versorgt, sonst zählen Waschmaschine und Wärmepumpe mit.
§ 5 Was das für Ihre Kostenrechnung heißt
Rechnen Sie mit dem Zählerwert, nicht mit der App. Ihre tatsächlichen Kosten je 100 km sind: Verbrauch laut Fahrzeug ÷ (1 − Verlustanteil) × Ihr Strompreis. Ein Verlustanteil von 0,1 macht den Strom im Akku also um gut ein Zehntel teurer, als die App vermuten lässt.
| V | Verbrauch laut Fahrzeug, kWh je 100 km |
|---|---|
| L | Ihr gemessener Verlustanteil, z. B. 0,1 |
| p | Ihr Strompreis in € je kWh laut Vertrag |
| Kosten je 100 km | V ÷ (1 − L) × p |
Rechnen Sie die Formel zweimal: einmal mit Ihrem Sommerwert für L und einmal mit dem Winterwert. Die Spanne zwischen beiden Ergebnissen ist ehrlicher als jede Einzelzahl.
Am Supercharger stellt sich die Frage anders: Dort bezahlen Sie, was die Säule abrechnet, und Ihre Rechnung finden Sie in der App. Wie Tesla dort Preise bildet, steht in Supercharger-Preise lesen. Wie viel die 1.000 km kostenloses Supercharging aus einer Neubestellung über einen Referral Code rechnerisch wert sind, zeigt der Rechenweg zu den 1.000 km – der Ladeverlust gehört dort mit in die Rechnung.
§ 6 Wann ein Unterschied auf einen Fehler hindeutet
Ein Defekt ist wahrscheinlicher, wenn eines davon zutrifft:
- Ihr gemittelter Verlust liegt an der Wallbox deutlich über dem, was der ADAC an der Haushaltssteckdose gemessen hat.
- Steckdose, Stecker oder Zuleitung werden spürbar warm oder riechen.
- Die Ladeanschlussleuchte blinkt gelb – laut Betriebsanleitung lädt das Fahrzeug dann mit verringerter Stromstärke – oder leuchtet rot, dann wurde ein Fehler erkannt.
Wärme an Steckdose oder Leitung ist ein Fall für eine Elektrofachkraft, nicht für eine Tabellenkalkulation. Unterbrechen Sie das Laden und lassen Sie die Installation prüfen. Die Begriffe rund um Leistung und Energie finden Sie im Begriffsverzeichnis und ausführlich im Beitrag kW, kWh, AC, DC, Ladekurve.
Quelle: Tesla-Betriebsanleitung Model Y, „Leuchte am Ladeanschluss“, Archivkopie 21.05.2026